14.-15. Juli 2018 mautern an der donau

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Eventbericht 2017

19. Wachauer Radtage, 16. Juli 2017, Mautern an der Donau

Dieses Jahr durften wir Tini & Andy vom Radblog geradeaus.at kennenlernen. Andy hat den Krone Champions Radmarathon über eine Distanz von 156km absolviert. Seine Erlebnisse und Erfahrungen hat er in seinem Bericht zusammengefasst. Der Bericht erschien zuerst auf dem Blog geradeaus.at.

 

Rennbericht: Krone Champions Marathon

Die 19.Wachauer RADtage sind Geschichte – so auch meine Teilnahme am Krone Champions Marathon. Die längste Distanz der heurigen Ausgabe mit 156 Kilometer und 2500 Höhenmetern. Ein echtes Spektakel wenn 2000 Menschen gleichzeitig losstarten. Bereits bei der Ankunft war alles extrem gut organisiert, man wusste wo man parken durfte und es gab reichlich freie Parkplätze rund um das ganze Event. Gut gestimmt und voller Vorfreude spazierten wir durch das Bikerdorf in die Römerhalle wo die Startnummern-Ausgabe stattfand. Die Vorfreude stand bereits jedem Teilnehmer ins Gesicht geschrieben – so auch mir, wobei auch ein wenig Respekt vor der langen Distanz zu spüren war.

Der Marathon

Nach der Montage der Rückennummer sowie den gut gelösten Einmaltransponder, der wie ein Fähnchen an die Sattelstütze geklebt wurde, ging es dann Richtung Start wo Aufstellung genommen wird. Zum ersten Mal hatte ich das Glück und ich stand in der 2ten Startreihe. PERFEKT, dachte ich mir als ich die Menschenmasse nach hinten gereiht sah. Das Ende war gar nicht mehr in Sicht. So stelle ich mir ein Radmarathon vor. 2000 Radbegeisterte die ein und das selbe wollen. Eine Herausforderung. Meine Challenge war es aber heute gut bzw. heil die 156 Kilometer des Krone Champions Marathon zu bewältigen. Es standen insgesamt 5 Anstiege im Weg, der steilste und höchste Berg war der Jauerling. Welchen ich bereits in einem vorherigen Bericht beschrieben habe.

Startschuss

Pünktlich um 09:00 Uhr !el dann der Startschuss und die Masse setzte sich langsam in Bewegung. Zuerst überquerten die 1500 TeilnehmerInnen gemeinsam die Mauterner Brücke. Die lange Distanz startete ganz vorne im Feld – das hat schon etwas, wenn man beinahe in der ersten Startreihe steht. Einen kurzen Blick auf die Brücke und das Ende des Starterfeldes war noch lange nicht in Sicht. Radsport Feeling PUR. Mit neutralisertem Start ging es dann durch Krems nach Senftenberg wo sich die Strecken getrennt haben. Mit einem riesigen Bogen unter welchen man durch fuhr waren die Schilder „LINKS LIGHT“, „GERADEAUS MARATHON“ gekennzeichnet. Normalerweise fahre ich sehr gerne die Light Strecken, doch diesmal wagte ich mich an die Langdistanz. Das Feld schrumpfte deutlich zusammen und so ging es dann auch kurze Zeit später hinauf auf den ersten Anstieg.

Krone Champions Marathon: The Race

Am ersten Anstieg wurden die Gruppen immer kleiner, denn jeder fuhr quasi so gut es ging sein Tempo hoch. 8 Kilometer konnten sich schonmal ziehen und zum Glück fand ich schnell Anschluss an eine Gruppe, die mein Tempo fuhr. Findet man nicht von Beginn an eine passende Gruppe, können 160 Kilometer schon eine anstrengende Geschichte werden. Meine Gruppe harmonierte im Großen und Ganzen ziemlich gut. Das Wort Führungswechsel war zwar für einige ein Fremdwort, aber das Tempo war immer gut angezogen. Das Streckenpro!l der langen Distanz war richtig wellig. Nach einer Bergabfahrt ging es sofort wieder über einige Kilometer berghoch. Gegenanstiege waren auch keine Seltenheit. Es waren doch recht steile und giftige Anstiege auf der Strecke verteilt, mit denen ich im vorhinein nicht gerechnet hatte.

Gefahrenstellen

Wir hatten schon zuvor gemeinsam mit dem Veranstalter auf unserer Facebook-Page auf die einzelnen Gefahrenstellen hingewiesen. Es gab 360 Grad Videos, Beschreibungen und ebenfalls Ausschilderungen der Gefahrenstellen auf den Strecken. Diese waren wirklich sehr gut organisiert. Sehr unübersichtliche Stellen waren sogar mit Stroh oder Matrazen ausgelegt. Tini wurde selbst Zeugin, als es einen Radler in einer Kurve ins Stroh hineinschmiss.

Vor jeder gefährlichen Kurve war ein gut lesbares Schild mit „GEFAHRENSTELLE“ aufgestellt und am Asphalt waren ebenso Markierungen aufgesprüht worden. Auf den schnellen Abfahrten war Sicherheitspersonal präsent und wirklich JEDE Kreuzung war durch mehrere Polizisten abgeriegelt. Wir Radfahrer hatten immer Vorrang gegenüber den Autofahrern. Kaum näherten wir uns einer Kreuzung wurden die Autos aufgehalten und wir konnten queren. Mit P!#en, Lautsprecher und Fahnen signalisierten sie, dass gefährliche Kurven folgten oder Ähnliches. Hier muss ich wirklich ein großes Lob aussprechen.

Die Streckenführung selbst war auch so gelegt, dass man eher auf ruhigeren und abgelegenen Straßen fuhr, als direkt auf den Hauptverkehrswegen der Einheimischen und Touristen. Der Zieleinlauf war über den ganzen Tag gesperrt und Autos mussten so einen kleinen Umweg fahren, damit wir alle sicher ins Ziel kommen konnten.

Zurück zum „Renngeschehen“

In meiner Gruppe lief es ausgezeichnet, das Tempo war hoch und gleichmäßig. Ich fühlte mich spitzenmäßig. Gegessen und getrunken hatte ich reichlich. 4 Gels waren bereit um eingesetzt zu werden. Vor Beginn des Jauerling war ich top motiviert und fuhr mit voller Überzeugung in den Anstieg. BOOOOOM – das wars wohl, dachte ich mir gleich in der ersten Rampe. Von WO kamen plötzlich diese !esen Krämpfe her? Einen Gang retour geschaltet – Gel hineingedrückt und langsam hochgekurbelt, so dass meine Krämpfe nicht mehr so schlimm zum Vorschein kamen. Nicht nur, dass meine Schaltung eckte und vor dem Start ein Draht durch meinen Lenker stoch – eines der Schaltseile !ng an sich aufzulösen. Nun auch noch Krämpfe. Dies bedeutet Zeitverlust ohne Ende. Noch nie fuhren so viele Teilnehmer an mir vorbei. Es war schon fast depremierend. Ich dachte aber nicht daran aufzugeben und quälte mich den Jauerling hinauf. DANKE an meine liebe Tini, die mir Wasser"aschen und Windweste brachte aber auch für die mentale Unterstützung.

Schlussanstieg

Nach der Jauerling Abfahrt – mit einem echt fetten Gegenanstieg – folgte ein 20 Kilometer langes Flachstück. Es ging dann „endlich“ auf den Schlussanstieg. Ich konnte den Anstieg kaum erwarten, denn ich wusste, danach ist es gescha#t. Aber diese Rampe hatte es noch einmal richtig in sich. Am Anfang war es nicht so steil, doch nach ein paar Kurven stellte es sich wieder vor mir auf. Meter für Meter kurbelte ich mit schwerem Tritt dem Ziel entgegen. Es gab kaum noch Gruppen an die ich mich halten konnte. Also kämpfe ich mich alleine den Berg hoch. An der letzten Labestation gri# ich dann zum ersten Mal nach einer Banane und einem Energy – Drink. Diesen Energieschub, hatte ich bitter nötig um auch noch ins Ziel zu kommen. Nocheinmal konzentriert bleiben und mit Vollgas die Abfahrt genommen. Man tat das gut. Kein einziges Auto kam mir entgegen. In der schattigen Abfahrt raste ich hinunter. Nun ging es "ach an der Donau entlang, die letzten Kilometer bis ins Ziel. Über die Ziel – Linie gerollt kamen die Krämpfe wieder zum Vorschein und ich war mehr als erleichtert die riesige Challenge „Krone Champigons Marathon“ bezwungen zu haben. Zum Abschluss gab es noch ein Iso – Getränk von Enervit für alle Finisher. Das hatte ich auch bitter nötig.

Fazit

Ich freue mich bereits auf die 20. Ausgabe der Wachauer RADtage und werde mich wieder der Herausforderung mit 156 Kilometer stellen. Dieses Mal mit etwas besserer Vorbereitung. Mein Fazit: Ohne richtige Vorbereitung sollte man sich lieber den 99 Kilometern stellen, da muss man nur einen „Berg“ bezwingen. Bei den 156 Kilometern wie beim Krone Champions Marathon sind das doch einige mehr..