15.-16. Juli 2017 mautern an der donau

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Eventbericht 2015

17. Wachauer Radtage, 19. Juli 2015, Mautern an der Donau

TAG DER REKORDE - TEMPERATUREN, TEILNEHMER UND TAPFERKEIT

Das Vorausfahrzeug mit Rennleiter Bernhard Rassinger hatte bereits das andere Donauufer erreicht, da war der letzte Fahrer noch nicht einmal über die Startlinie gefahren. Die über drei Kilometer lange Radler-Schlange, die sich mittlerweile schon traditionell bei den Wachauer Radtagen vom Start in Mautern aus Richtung Waldviertel losbewegt, wird von Jahr zu Jahr länger. Bei der 17. Auflage wurde ein neues Kapitel aufgeschlagen – es war der Tag der Rekorde...

Gab's für die Hobbyradler im Vorjahr ein paar Regentropfen zur Erfrischung, so erinnerten die Temperaturen diesmal eher an die Vuelta a Espana. Schon beim Start hatte es 20 Grad im Schatten, während des Rennens schlug das Thermometer bis auf 39 Grad aus. Die Fans im Start-Ziel-Bereich Mautern genossen die Wartezeit bis zur Rückkehr ihrer Helden in der Sonne, dazu gab's DJ-Musik, Schmankerl und natürlich kalte Getränke im bikerdorf. Die Pedalritter bewegten sich derweil durch das traumhafte Weltkulturerbe Wachau mit den Stiften Göttweig, Melk und Dürnstein sowie den Waldviertler Schönheiten wie den Dobra Stausee und die Burgruine Senftenberg.

Drei Strecken lockten Rekordfeld an den Start in Mautern

Rund 1600 Teilnehmer hatte Landeshauptmann Dr. Erwin Pröll mit der Startsirene auf die drei Strecken geschickt. Die beiden ÖSV-Skifahrer Manuel Feller und Marco Schwarz mischten sich unter die Starter der Wachauer Genuss Radtour, die 50 km sind der ideale Einstieg für Marathon-Neulinge. Die erfahreneren Hobbybiker nahmen die 97 km des Raiffeisen Power Marathons unter die Räder, die eifrigen Trainierer lockte der Krone Champions Marathon mit seinen 163 km inklusive der Bergwertung Jauerling in die Wachau.

Und natürlich sind auch die hohen Sicherheitsstandards, die die Wachauer Radtage nach 17 Jahren Erfahrung auszeichnen, stets ein gewichtiges Argument für viele Starter - zahlreiche Motorrad-Streifen der Polizei sorgten auch bei Verfolgergruppen dafür, dass es trotz Rekordstarterfeld zu keinen Komplikationen mit dem regulären Straßenverkehr kam. „Eine super Kulisse, lässige Straßen, super abgesichert - mir taugt es“, attestierte IAM-Fahrer Stefan Denifl. Ein Ritterschlag vom besten ÖRV-Profi der diesjährigen Österreich-Radrundfahrt.

Radprofi Denifl genoss seinen Start außer Konkurrenz

Der Tiroler, der heuer auch das Bergtrikot bei der Tour de Suisse geholt hat, war außer Konkurrenz an den Start gegangen, um seinen Physiotherapeuten Patrick Grassnig zu unterstützen: „Er hat mein verletztes Knie wieder hinbekommen, das hier war mein Dankeschön.“ Windschatten konnte man diesmal besonders gut brauchen – bei der Rekordhitze schwitzten die meisten Radler ohnehin genug...

„Ich dachte schon, ich bleib jetzt kurz stehen, spring in die Donau und fahr dann weiter“, verriet ein Amateurradler, der extra aus Vorarlberg angereist war, „aber dann hab ich ein Gruppe anderer Radler gesehen und bin weitergefahren.“ Da lässt keiner locker. Natürlich auch nicht das Salzburger Marathon-Urgestein Paul Lindner, der mehrfache Wachau-Sieger wurde diesmal letztlich Dritter – und attestierte glücklich: „Das ist eine ideale Strecke, ein Traum.“

Zusammenhalt bei Wachauer Radtagen half auch der schnellsten Dame

Und doch vergaßen die Biker nicht auf die „Pedalritterlichkeit“: „Mir haben andere Starter immer wieder mit Wasser ausgeholfen, damit ich mich abkühlen konnte“, war Simone Käferböck im Ziel richtig gerührt vom Zusammenhalt bei den Wachauer Radtagen. Die Tirolerin konnte so ihren Sieg beim Krone Champions Marathon wiederholen, war in 5:26:21,79 Stunden die schnellste Dame. Und lobte danach die Strecke auf ihre eigene Weise: „Bei Euch ist es anstrengender als in Tirol“, grinste sie in Richtung OK-Chef Hans Holzer. Erst eine Woche zuvor hatte sie die die Kitzhorn-Challenge gewonnen...

Trotz Sturz radelte der „Bergkönig“ zur erfolgreichen Titelverteidigung

Ein steiler Anstieg war es auch, der die Entscheidung bei den Herren brachte: der Jauerling. Markus Feyerer krönte sich heuer auf Hausberg der Wachauer zum „Bergkönig“, setzte sich gleichzeitig deutlich von der zehnköpfigen Spitzengruppe ab. Und radelte nach 4:37:05,21 Stunden mit fünf Minuten Vorsprung auf den Zweitplatzierten Thomas Strobl ins Ziel. Die Rekordhitze war kein Problem: „Die Betreuung war super, unsere Gruppe ist aus dem Rennleiter-Fahrzeug immer wieder mit Wasser versorgt worden.

Und auch einen Sturz steckte er weg: Im Vorjahr war der 30-Jährige aus Bruck/Mur schon mit einem Schlüsselbeinbruch angetreten, diesmal hatte er bei Aggsbach Bodenkontakt. „Der älteste Starter hat mich ausgebremst“, nahm Feyerer ein zerrissenes Amateur-Staatsmeistertrikot und ein paar Schrammen an Knie, Hüfte und Schulter locker. Als Trostpflaster gab's für ihn den Siegerpokal – und das Versprechen des tapferen Titelverteidigers: „Nächstes Jahr komme ich wieder!“

Mit 95 Jahren auf der 100-km-Strecke

Das hat auch Wolfgang Schrom in den letzten Jahren immer wieder versprochen – und auch diesmal gehalten: Der St. Pöltner wagte sich mit seinen 95 Jahren einmal mehr in den Raiffeisen Power Marathon und dessen 100 km. Noch so ein Rekord bei den Wachauer Radtagen...